18.12. Poetry Jam

21.12. PIE-O-MY

21.12. Talentschuppen

23.12. Lebkuchen & Liebe

28.12. NEEVA

18.01. Nordgarden

26.01. KAFKAS

Ein, zwei Trauerspiele:
SvWerder-FcBayern* + BVB-HerthaBSC
26.08.   15:30h Eintritt frei

Liebe BVB-Fans, werte Werder-Enklave, verbliebene Fußballfreunde!

 

Ihr müsst jetzt ganz stark sein: das Spiel ist aus. Heute noch nicht, aber dann. Auch für mich eigentlich unvorstellbar - nach wievielen Jahren nochmal genau? Ich weiß es nicht mehr. Das Champions-League-Finale 1997 haben wir jedenfalls schon hier gesehen. Wieviele Schlachten sonst geschlagen? Und was haben wir gefeiert: Siege, Meisterschaften, Pokale. Borussia Hearts Club. Fröhlich getrauert aber auch: nach dem verlorenen "London Calling" zB die schönste Vize-Party der Stadt, bis morgens um sechs.

 

(So könnte es auch heute enden, wenn wir's mit TOXXEEN ordentlich alternativ rocken lassen;-)

 

Aber bitte: keine Sentimentalitäten, getz! "So läuft's Bisness", sagte der Kaiser einst. Kapitalismus pur eben, gnadenlos & stahlhart. Auf diese Weise hat sich für uns die Lage insbesondere in den letzten paar Jahren kontinuierlich verschlechtert: ausufernde Sportsbar-Abo-Preise (zuletzt 932€ netto pro Monat, auch im Januar, Juni & Juli!) samt zunehmendem Gästeschwund, meiner Einschätzung nach vor allem durch die tödliche Kombination Rauchverbot & SkyGo zum Dumping-Preis. So pflegten wir das Fußball-Segment schon über die letzten Spielzeiten eigentlich nur, weil wir immer noch so stark als BVB-Stätte (die Zeiten, wo noch andere Spiele von etwas größerem Interesse waren, sind auch längst vorbei) wahrgenommen werden. Schließlich taten die weitere Ausdehnung der Anstoßzeiten (So 13:30h, Mo), eine neue (verdeckte) Sky-Preiserhöhung trotz der Konkurrenz durch Discovery sowie abzusehendes Technik-Chaos (Eurosport ausschließlich im Stream?!) nun ihr Übriges. "Schaun'mer mal?!" Ja-

nee. Passt schon. Aber nicht mehr mit mir.

 

 

Und seien wir doch mal ehrlich: interessanter wird die ganze Chose auch nicht. In der #UCL tummeln sich spätestens ab dem 1/4Finale Jahr für Jahr die üblichen Verdächtigen und beim Bundesliga-Pflicht-Punktesammeln (gähn) geht's eigentlich von Beginn an nur noch um die Vizemeisterschaft. Geld schießt eben doch Tore. And Pop Will Eat Itself! Was bleibt ist der Pokal, seit Jahren für mich persönlich der letzte anschaubare sowie Lieblingswettbewerb. Ja klar: da klingelt beim Finale auch die Kasse - aber erstens: kucken kann ich gar nicht mehr, weil ich aus Kostengründen selbst arbeite, zweitens: bei wievielen Spielen tut's das sonst über die Saison? Zwei, drei? Am Samstag-Nachmittag verbrenne ich hier jedenfalls Geld & Lebenszeit. Und drittens: was für'n Stress, wenn's brennt! Dem bin ich echt nicht mehr gewachsen, wenn alle auf einmal was wollen und am Rad drehen undundund auch da mache ich mir nix vor: ich selbst bin in solchen Situationen die pure Anti-Werbung für diesen schönen Laden & seine tollen Mitarbeiter und habe sicher auch schon den einen oder die andere vergrault, wenn ich...

- jaja, schon gut: stell Dich einfach mal selbst hier hinter'n Tresen ;-)

O' check au ma yo'self!

 

 

Zurück zum Thema. Allerdings, selbst wenn's wehtut...Hand auf's Herz: auch unsere Borussia greift uns allen doch letztendlich immer nur hinten rechts in die Hosentasche - von wegen: ECHTE LIEBE...

 

 

...da komme ich mir - einmal Borusse, immer Borusse hin oder her - immer mehr vernatzt vor. Und natürlich weiß ich, dass die Dinge so laufen müssen, wenn man ganz oben mitspielen will und sehe auch, dass der Verein sehr Vieles sehr richtig macht. Allerdings letztendlich als Teil & im Sinne eines Systems, das (Spiegel der Gesellschaft?!) vor Gier zerplatzt. Und das soll es dann auch von mir aus!

 

 

 

Ich habe jedenfalls keine Lust mehr, es weiter zu füttern und mich selbst ausnehmen zu lassen, damit irgendwelche Bubis, die absolut nichts mit meinem Leben zu tun haben und die nicht für 10Pfennige über den eigenen Tellerrand schauen, mit zwei Lamborghinis durch die Stadt düsen und ansonsten den lieben Gott den berühmten guten Mann sein lassen. Von Neven Subotic mal abgesehen. Allerhöchsten Respekt, Mann! Und bitte nicht falsch verstehen: sollen sie alle, da bin ich nicht neidisch. Aber den Spaß an dem Sport, den ich auch mal geliebt habe, hat mir dieses Profi-Showbiz längst genommen. Kann ich nicht mehr, will ich nicht mehr. Es gibt Wichtigeres im Leben.

 

 

Soweit meine kurze, persönliche Stellungnahme zu einem Thema, das natürlich sehr viel weitläufiger ist und über das es noch sehr viel mehr zu sagen gäbe. Können wir machen, anne Theke! Das letzte Wort an dieser Stelle will ich ein paar Fußballfreunden gönnen, die es schon geahnt hatten:

 

 

Und was heute angeht: auf einen schönen Spieltag mit einem guten, letzten Match vor'm GRUNGE OUT:

 

 

DANKE für die vielen, schönen Momente in all den Jahren!

 

Bleibt uns gewogen,

Cornel

 

Ps. Mir werden in diesem Zuge weitere Fragen gestellt:

 

1. "Glaubt ihr, dass ihr dadurch Umsatzeinbußen haben werdet?" 
Ja verdammt, natürlich. Aber ich lebe nicht vom Umsatz, sondern ich muss mit demselben die Kosten (neben den Lizenzgebühren: nicht nur Mindest-, sondern Tariflöhne + Nebenkosten, Technikpark etc) einspielen und am Ende muss was übrigbleiben. Das lässt dieses miese Geschäft aber einfach nicht mehr zu. Ich will nicht jammern, doch letztendlich ist es so: wir (die Sportsbars) haben Euch alle auf Droge gebracht. Jetzt hängt Ihr alle an der Nadel. Und, wie sagt ein altes, heute in seiner Form eigentlich nicht mehr zu gebrauchendes, aber stimmiges Sprichwort: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen." Tut er, tüss!

 


Da fällt mir ein, Gegenfragen:
War das Pay-TV nicht mal werbefrei gestartet? Wie lange war das so? Und wie lange müssen wir jetzt schon Schweinis Chips-Pfanne MITTEN IM SPIEL erleben? Trotz eigener roter Zahlen legen aber die Verwerter der DFL (und damit auch dem BVB, siehe oben!) Jahr für Jahr immer wieder noch mehr Geld auf den Tisch. Für ein Produkt, das sich einfach nicht zurückrechnen will. Wo liegt da der Sinn?

 

 

 
 
2. "Kennt ihr noch weitere Kneipen, die sich gegen die Sky-Übertragung entschieden haben?"
Die große Küdigungswelle kam lt Sky bereits vor zwei Jahren. Haben sich also längst nicht alle noch länger rumgequält, um's immer weniger Leuten recht zu machen. Es haben sich nämlich immer mehr Leute immer seltener entschieden, zum Fußball in die Kneipe zu gehen...siehe oben: Rauchverbot, Dumping-Privat-Abo, Sky go - und der schlechtgelaunte Chef weiß auch von so einigen, die sich schlicht weniger bis gar nicht mehr interessieren. Gerade auch während der letzten Spielzeit, als es zum ersten Mal überhaupt vorkam, dass wir während einer BVB-Übertragung ein anderes Spiel gezeigt haben: Ende November, Samstag-Nachmittag, am 12.Spieltag als Tabellendritter auswärts beim punktgleichen Tabellensiebten Frankfurt...es geht also um was, das Stadion ruft nicht zum Heimspiel, niemand sitzt im Biergarten und die gute, alte Tradition ist auch noch dabei: 30 Besucher - Blick auf den Spielplan: nächste Woche zuhause gg Gladbach, Anruf bei den Bremern: "Kommt ihr? Ja, mit 5/6 Leuten! Alles klar, der Nebenraum gehört euch!" Für mich fast schon überraschenderweise (bei der Eintracht wurde verloren & zu den Heimspielen fallen die Stadiongänger hier natürlich aus) wieder 30 Leute zur Borussia. Das passt locker vorne - aber trotzdem die ersten langen Gesichter, weil nicht die üblichen Lieblingsplätze eingenommen werden konnten. Dazu fällt mir noch ein: für mich persönlich hat sich mit der letzten Saison auch ein gewisser Entfremdungseffekt eingestellt, als der Verlust der kompletten Mittelachse durch acht? neun? zehn? junge Neulinge kompensiert wurde, die ich mir alle so schnell gar nicht merken konnte...und da war ich auch allein in meiner Wahrnehmung. Insofern: durchaus verständlich, die Entwicklung. Und schöne Grüße in den Kommerzpalast - der im Übrigen ein Sammelbecken für Gewalttäter wie andere Idioten ist & bleibt! Von dem auch hausgemachten Fascho-Problem mal ganz abgesehen: das gibt es seit den 1980ern. Und wann hat der Verein konkret aufgehört wegzusehen & aktionsmäßig gegenzuhalten? Vor zwei oder drei Jahren? Bierdeckel gegen Nazis, immerhin.

 

 

Alles nicht mehr meine Welt. Mein "ganzes Leben..." war es eh nie, Monokultur sucks!

 

3. "Funktioniert eine Dortmunder Kneipe ohne Fußballübertragung überhaupt?"
Es gibt eigentlich genügend Beispiele. Ob das auch für's subrosa gilt, wird sich zeigen. Aber, nochmal ganz ehrlich: wir machen hier so wertvolle Angebote: gute Küche, einmalige Atmosphäre, tolle Konzerte, ob laut oder leise, offene Bühnen, rent-a-bar - wenn die Existensberechtigung dieser Kneipe und damit meiner als Betreiber ausschließlich auf den Fußball-Übertragungen beruht, dann tät's mir zwar in der Seele weh, doch am Ende nichtmals leid, wenn ich den Laden dicht machen müsste. Das wäre dann schlicht traurig, aber wahr - und irgendwie auch (click 'n' think about it!) wie dieses: ein Zeichen...

 

 

...der Zeit - aber es gibt ja auch andere :-)

 

 
 

 

 

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